Welche Funktion hat der Gesundheitsfond zur Finanzierung der GKV?

Sämtliche Beiträge der Beitragszahler (gem. festgesetztem Beitragssatz)  fließen gemeinsam mit Steuermitteln in den sog. Gesundheitsfonds. Aus diesem Fonds werden die Gelder nach bestimmten Kriterien an die einzelnen Krankenkassen verteilt.

So erhält jede Krankenkasse

·       pro Versichertem eine pauschale Zuweisung 

·       sowie ergänzende Zu- und Abschläge je nach Alter, Geschlecht u.  bestimmten Krankheiten des Versicherten

Wenn eine Krankenkasse mit den Zuweisungen nicht auskommt,

·       muss sie ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag berechnen, den die Versicherten allein tragen müssen

·       der Versicherte hat in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht und kann die Krankenkasse wechseln

Aufgrund der alters-, geschlechts- und krankheitsbedingten Zu- und Abschlage könnten sich die Krankenkassen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, wenn sie möglichst viele gesunde und junge Mitglieder anwerben. Um zu verhindern, dass damit Ältere und chronisch Kranke vernachlässigt werden, wurde ein sog.

  • „morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich“  (Morbi-RSA)

eingeführt.

Durch diesen Risikostrukturausgleich werden Unterschiede in der Versichertenstruktur zwischen den einzelnen Kassen ausgeglichen. Mit dem Gesundheitsfonds ist dieser Mechanismus weiter entwickelt worden. Das bedeutet:

·       Krankenkassen, deren Versicherte an behandlungsintensiven Krankheiten leiden, bekommen mehr Geld aus dem Fonds.