Nach welchem System finanzieren sich  GKV und PKV und worin unterscheiden sie sich im Wesentlichen?

·       Die GKV finanziert sich durch das sog. Umlageverfahren.

Das bedeutet, dass mit den aktuellen Beitragszahlungen unmittelbar die Leistungsausgaben gedeckt werden. Wenn die Ausgaben die Einnahmen übersteigen gerät das Umlageverfahren unter finanziellen Druck.

Steigende Ausgaben durch immer mehr  ältere  Menschen  (Stichwort: demografischer Wandel) führt dazu, dass die jüngere Generation stärker mit diesen Kosten belastet wird.

Die langfristige Sicherung der Finanzierung über das Umlageverfahren ist damit auch eine politische Aufgabe.

·       Die PKV finanziert sich durch das sog. Kapitaldeckungsverfahren (auch Anwartschaftsdeckungsverfahren genannt)

Das bedeutet, dass die Versicherten für ihre im Alter steigenden Gesundheitskosten selbst Vorsorge treffen müssen.

Die  Beiträge sind deshalb so kalkuliert, dass systematische Rückstellungen für das Alter gebildet werden, wenn die Gesundheitskosten steigen.

In jüngeren Jahren werden also mit einem Teil der Prämien sog. „Altersrückstellungen“ aufgebaut und gewinnbringend auf dem Kapitalmarkt angelegt.

Damit wird verhindert, dass später die Beiträge allein aufgrund des höheren Alters und Gesundheitsrisikos steigen.