Welche wesentlichen Informationen muss der Kunde bei der Antragstellung vom PKV-Unternehmen erhalten?

Die Krankenversicherer haben nach dem VVG eine umfassende Informationspflicht vor der Vertrags-Unterschrift des Kunden. Die Informationspflicht betrifft Produkt- und Versicherungsinformationen.

Zu den Produktinformationen gehören:

·       Art und Umfang des Versicherungsschutzes

·       Versicherte Leistungen

·       Aufgaben der Anzeigepflicht / Vertragsabschluss

·       Hinweise auf Obliegenheiten

·       Angaben zur Laufzeit

·       Beitragsfälligkeit

Zu den Versicherungsinformationen gehören Angaben zu:

·       Versicherer u. Vermittler

·       Aufsichtsbehörde

·       Garantiefonds

·       Versicherungsleistung

·       Beitrag/Kosten

·       Zustandekommen des Versicherungsschutzes

·       Widerrufsrecht / Laufzeit

·       Gerichtsbarkeit

·       Beschwerdemöglichkeit

Bei einer substitutiven Krankenversicherung (die dem vollständigen oder teilweisen Ersatz der GKV dient) sind weitere Informationen zu geben über:

·       Vermittlungs-, Abschluss-, Verwaltungskosten

·       Anpassungsmöglichkeiten

·       Beitragsbegrenzung im Alter

·       Rückkehrrecht zur GKV

·       Wechsel innerhalb der PKV

·       Beitragsentwicklung der letzten 10 Jahre

·       Beratungspflichten

Der Versicherer hat nach dem VVG auch eine Beratungspflicht – und zwar vor und nach dem Vertragsabschluss. Dazu gehört eine Beratung

·       Nach Schwierigkeit (Vermögen-/Lebenslage)

·       Nach Wünschen u. Bedürfnissen des Kunden

·       In einem angemessenen Verhältnis zwischen Beratungsaufwand und Prämie

·       unter Beachtung der Komplexität des Versicherungsvertrags

Diese Beratung muss dokumentiert werden (außer Makler und bei Direktabschluss)

 

Wie ist in der PKV der Umgang mit dem Datenschutz / den Gesundheitsdaten geregelt?

Voraussetzung für die Verarbeitung und Weitergabe der Kundendaten an den Rückversicherer und den PKV-Verband ist eine Einwilligungsklausel des VN nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Danach muss

·       der VN Kenntnis über die Datenschutzvereinbarung erlangen

·       die Schweigepflicht u. Datenschutzerklärung auch von mitversicherten Minderjährigen ab 16 Jahre unterschrieben werden

Die PKV unternehmen können zur Beurteilung des Versicherungsrisikos oder Feststellung der Leistungspflicht Anfragen richten an

·       Ärzte, Krankenhäuser/Krankenanstalten, Pflegheime, Pflegepersonen, andere Personenversicherer, gesetzliche Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und Behörden

Der Antragsteller kann mit dem Versicherungsantrag Personen/Gesellschaften von der Schweigepflicht  entbinden.

·       Getrennt nach Risikoprüfung und Leistungsverpflichtung

·       Dies ermöglicht eine sachgerechte Antragsprüfung und verstößt nicht gegen das Strafgesetzbuch (StGB).